Egoist oder Menschenfreund?
- TZ

- 4. Dez. 2020
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Dez. 2020

4. Dezember 2020
Menschen, die im Supermarkt, auf der Einkaufsstrasse oder in der (auch fast leeren) Ubahn eher keine Maske tragen, die mehrere Freunde weiter treffen und die auf Demonstrationen für das Grundgesetz gehen, werden von anderen gerne, sowohl direkt als auch in der Presse verallgemeinernd als Egoisten bezeichnet. Ich überprüfe mich dabei und ja es gibt Momente, wo ich mich frage, ob es richtig ist, oder doch falsch, was ich mache. Ich sehe es so - keiner weiss es zu hundert Prozent. Doch mein gesunder, hoffentlich gesunder Menschenverstand und mein immer wieder geprüfter Informationsstand sagt, es ist einfach keine wirkliche Gefahr in Verzug und es ist wichtig, dass ich es genau so mache. Warum? Weil ich empfinde, dass Gefahr in Verzug ist. Und weil ich mich als Menschenfreund betrachte. Dazu später.
Mein GMV (Gesunder Menschenverstand) hat mich bisher gut durch ein zeitweise wildes erfülltes Leben geführt, in dem ich meiner Kenntnis nach nie jemanden bewusst Schaden zugefügt habe oder es provoziert habe. Das hätte ich ja doch auch gar nicht aushalten können! Nichts ist schlimmer als das Gefühl von Schuld. Das ist doch schon für Kinder so. Schuld kommt kurz nach abgelehnt, alleingelassen werden. Wie kann es also sein, dass ich nun willentlich und wissentlich zum Gefährder, zur unsolidarischen Egoistin und allgemeinen ernsten Gefahr für andere mutieren wollen würde? Glaubt ihr nicht, dass ich und alle die es ähnlich halten doch irgendwie gute Gründe dafür haben müssen?
Mal ein philosophisches Gedankenspiel - wäre es wirklich gut, wenn alle, wirklich alle alles mitmachen würden? Wenn sich gar keine Menschen mehr anders verhalten würden als "die Masse"? Das gab es noch nie in der Geschichte der Menschen. Und das war meist gut so, Zunächst gab es immer erst wenige, die nicht mitmachten. Oder es anders machten. Einfach so zur Sicherheit. Sie hatten sicher ihre Gründe. Es wurden dann oft mehr und mehr es kamen nicht immer schlechte Dinge dabei raus.
Ist es nicht vielleicht immer die Aufgabe von einigen, diese undankbare Rolle zu übernehmen?
Standzuhalten, Alternativen anzubieten wider dem sozialen Druck, dem Gruppenzwang?
Man sucht sich das ja nicht aus, denn es ist weiss Gott keine leichte Rolle. Ich muss es tun, weil es meine eigene Überzeugung und Integrität fordert. Genauso wie andere aus ihrer persönlichen Überzeugung mit Maske auf dem Fahrrad fahren oder mit Maske allein Auto sitzen müssen. Was ist hier unvernünftiger, was irrationaler und warum kümmert es uns eigentlich was andere tun? Achso klar, es geht ja darum solidarisch zu sein. Es geht heutzutage ganz leicht sich in diesem selbstgefälligen Gutmenschengefühl zu suhlen. Man muss sich nur den Gesichtslappen überziehen. Alle sitzen voll solidarisch mit Maske in der U-Bahn. Keiner gibt dem Mann, der eine Obdahlosenzeitung verkaufen will oder einfach um Unterstüzung bittet, ein paar Münzen. Sieht also Solidarität aus?
Sich der ständigen Bewertung und Be/Verurteilung auszusetzen, böse Blicke, Anpöbeln von wildfremden Menschen - meint ihr das macht Spass??
Nein das tut es oft nicht und inzwischen kapituliere ich auch oft im wahren Leben, da die Stimmung krasser, aggressiver wird und ich das manchmal energetisch nicht mehr abfedern kann. So ziehe ich meinen Schlauchschal hoch und kriege schon nach paar Minuten keine Luft. Ich habe keine Ahnung, wie so viele das so hinkriegen - man gewöhnt sich anscheinend dran, mit weniger Sauerstoff und mehr CO2 im Blut zu leben. Es ist ja für eine gute Sache. Die Möglichkeit besteht.
Ich habe berechtige Zweifel an der Wirksamkeit der Maskenmaßnahmen (siehe Nr. 5) per se und ich bin einfach nur schockiert, dass nun tatsächlich die Maskenpflicht auf vielen Straßen und Plätzen in Berlin an der frischen Luft druchgesetzt wurde und auch vonso vielen Menschen umgesetzt wird.
Glaubt ihr im Ernst, dass das sein muss? Mal ehrlich, Es macht keinen Sinn, oder? Man soll ständig lüften, frische Luft in die Räume und Klassenzimmer lassen um die bösen kontaminierten Aerosole zu vertreiben aber an der frischen Luft ist es dann auch nicht sicher?
Warum machen wir Sachen, die offensichtlich absolut unwissenschaftlich und unlogisch sind, nur weil sie so angeordnet werden? Weil es bequem ist - nicht zu hinterfragen, nicht aufzufallen und einfach dazuzugehören? "Niemand hat das Recht zu gehorchen" Hanna Ahrend
Ich liebe Menschen, und ich liebe das Leben - ja, das gute echte verkeimte menschliche Leben - dazu gehören frei atmen, mit Menschen sein, sich als individuellen Mensch erkennen können, sich anlächeln, gut miteinander reden können, sich umarmen. Miteinander singen, tanzen, lachen, weinen, trauern, sich spüren.
All das steht nun einfach so zur Disposition? Einfach so?
Muss da nicht wirklich etwas viel viel schlimmeres passieren, als eine Krankheit, die nachweisslich eine 99,8 % und bei über 70-jähringen eine 95% Überlebenschance hat (also allein bei denen, die es überhaupt per PCR Test "diagnostiziert" bekommen) um das wirkliche Menschsein einfach so zu opfern?
Der Mensch ist ein "Social Being". "Social distancing" ist also grundlegend gegen seine Natur.
Das kann doch nicht die Lösung eines Problems sein! Erzwungene Absonderung wurde seit Menschengedenken nicht als Heilung sondern als hauptsächlich als Strafe benutzt. Das ist so ziemlich das Gegenteil voneinander. Isolationshaft wurde und wird dazu benutzt, den Willen zu brechen. Quarantäne wird benutzt um konkret schwer erkrankte, hochinfektiöse Menschen zu isolieren. Wie kann es sein, dass diese Methoden nun an hunderttausenden von gesunden Kindern einfach so tagtäglich praktiziert werden? Kinder die in Quarantäne geschickt werden, weil sie zufällig mit einem positiv-getesteten Mitschüler im Klassenzimmer saßen, sollen laut der Vorgaben des Gesundheitsamtes sich sogar im eigenen Zuhause von den restlichen Familienmitgliedern absondern und sogar alleine essen! ( Das wurde mir wortwörtlich so gesagt, als mein Sohn das erste Mal eine "Anordnung für Absonderung" ausgesprochen bekam). Wie soll man das einem Kind unter 10 Jahren vermittlen? Wo ist da der gesunde Menschenverstand?
Nicht das biologische Überleben macht uns als Menschen aus, sondern das menschliche, natürliche Miteinander und der menschliche Austausch. Das Leben birgt soviele Risiken, warum wird die Welt angehalten wegen genau diesem Risiko? Wie lange wollen wir diese menschenunwürdigen Maßnahmen denn eigentlich noch mitmachen, wenn aus irgendeinem Grund die "Fallzahlen" und "Coronatoten" einfach nicht aufhören wollen oder immer wieder aufflammen? Wenn man die immer alarmierende Interpretation von aus dem Zusammenhang gerissenen Zahlen durch Regierung und Medien anschaut, kann man zu dem Schluss kommen, dass es so sein wird.
Für ein bewiesenermaßen normales Risiko an einer bestimmten Krankheit zu erkranken und bzw. daran zu sterben, erlauben wir uns unsere ureigensten Grundpfeiler des menschlichen Zusammenseins und unsere kollektive seelische Gesundheit aufs Spiel zu setzen? Einfach so? Alltagsmasken und die Alltagspanikmeldungen in den Medien kreieren ein subtil und ständig wachsendes Misstrauen gegenüber jedem und jeder. Fällt euch nicht auf, wie verunsichert wir umeinander rumeiern, wenn wir nebeneinander stehen im Laden oder an der Bushaltestelle? "Its so in your face"- im doppelten Wortsinn, so deutlich also, dass wir immer und allzeit bereit gegen die Aggression des Virus sein sollen. Angst vor einem unsichtbaren Krankheit und noch mehr Angst voreinander ist echt schlecht fürs Immunsystem. Angst macht krank. Mehr als alles andere. Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker.
Man kann das Misstrauen, die Spaltung, den Hass, die Zukunfts- und Existenzangst, die Verunsicherung, die in die Brüche gehenden Freundschaften und den Vertrauensverlust in unsere Regierungen und Authoritäten nicht messen, nicht in Studien und Statistiken materialisieren - man kann sie nur fühlen. Jeder fühlt die psychischen Kollateralschäden auf seine Weise, aber ich glaube jeder spürt sie. Wir verstören eine ganze Gesellschaft und junge Generation, vermüllen die ganze Welt zusätzlich mit Milliarden Wegwerfmasken aus Plastikfasern und zerstören Millionen z.t. über jahrzehnte aufgebaute Existenzen und kreieren unglaublich viel Elend in anderen Ländern mit unseren Lockdowns - mit Massnahmen die zumindest absolut fragwürdig sind, was den medizinsichen Nutzen angeht, um "andere, die Schwachen zu schützen"?
Und gleichzeitig werden die Menschen, die Alten, die wir so eifrig mit unserer Solidarität im Supermarkt und in der Schule schützen, unter menschenunwürdigen Umständen am Leben erhalten, ohne Besuch, ohne physischen Kontakt, ohne ihre Kinder, Enkel, Freunde sehen und berühren zu dürfen - und dann lassen wir sie, um sie zu schützen, wenn es soweit ist, alleine einsam sterben.
Wie anmaßend ist es von einer Regierung und technologisierten Gesellschaft zu entscheiden, dass sich niemand anstecken darf ! Warum darf eine alte Frau im Pflegeheim nicht selbst entscheiden, ob sie lieber ihre Kinder sieht und dafür das Risiko eingeht sich anzustecken, oder ob sie vereinsamt und damit ihr "Überleben"schützt. Warum darf eine Tochter nicht entscheiden, ihre sterbenden Mutter, die an oder mit Covid erkrankt ist, in den Tod zu begleiten und sich dem Risiko auszusetzen sich anzustecken?
Wann hat es angefangen, dass Vater und Mutti Staat so sehr in unsere grundlegensten Freiheiten des Menschseins, sich in unser tiefstes Privatleben einmischen? Wollen wir das, immer mehr und mehr? Denn weniger wird es nicht mehr, wenn Impfpass, ID2020, Digitalgeld etc. kommen und die Alltagsmasken, Abstand und Quarantäne bleiben sollen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Es hängt alles mit allem zusammen, daher ist ziviler Ungehorsam von einigen bitter von Nöten um zumindest die Möglichkeit, die Erinnerung einer Normalität aufrecht zu erhalten.
Eine der wenigen bewussten Sachen, die man zur Rettung der Normalität und Vernunft machen kann ist seinem eigenen Bauchgefühl wieder öfter mal zuzuhören anstatt sich seine Meinung aus der Medienmaschinerie fremdbestimmen zu lassen und blind alle Verantwortung an die Regierung und die (ausgewählte) Wissenschaft abzugeben, die uns schon sagt was richtig ist. Gut für Normalität ist zum Beispiel auch öfter mal keine Maske zu tragen, zumindest nicht an der frischen Luft und in der leeren Ubahn. Einfach so als kleine Übung im selbstbestimmten Handeln. Es bedarf heutzutage Zivilcourage ein selbstverantwortlich denkender und handelnder Mensch zu sein und sein Verhalten weder von der Angst vor einer hochinszenierten Krankheit, der Angst vor Bestrafung, der Angst vor Ausgrenzung noch der Bequemlichkeit beeinflussen zu lassen.
Radikaler Widerstand heute bedeutet ganz einfach zu fühlen und zu zeigen:
Ich stelle keine Gefahr für dich dar.
Du stellst keine Gefahr für mich dar.
Das Leben entscheidet.
Keiner ist schuldig.
Vielleicht kommt eine Zeit, wenn du selber keine Maske mehr tragen willst und auch gegen Regierungsmaßnahmen demonstrieren willst, wer weiss, dann bist du vielleicht dankbar dafür, dass es andere schon lange tun, dann fällt es dir leichter.
Bis dahin, bitte schimpfe nicht so sehr über uns.
Das Leben ist eine ansteckende, durch Geschlechtsverkehr übertragene Krankheit mit 100 prozentiger Sterberate.



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